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Verbandsvertreter bei Bundesarbeitsministerin von der Leyen

Gemeinsam gegen Altersarmut

Gemeinsam gegen Altersarmut Bundesarbeiterministerin Ursula von der Leyen (links) im Gespräch mit den katholischen Verbandsvertretern Ulrich Oskamp, Elsbeth Knossalla, Gabriele Koetz, Bernhard Bockhorst und Johannes Norpoth (von rechts). Bei der Zusammenkunft in Berlin nahmen auch Staatssekretär Andreas Storm und der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling (3.v.l.) teil.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen wird in den nächsten Monaten eine Expertenkommission zum Thema Altersarmut einsetzen. Das kündigte die Ministerin bei einem Treffen mit Vertretern katholischer Verbände aus dem Bistum Münster am Dienstag (04.05.2010), in Berlin an.

"Es ist mir ein großes Anliegen, Altersarmut zu verhindern. Wir müssen rechtzeitig die Weichen für die soziale Sicherung im Alter stellen", sagte von der Leyen. Von der Expertenkommission erwarte sie Vorschläge, welche ordnungspolitischen Instrumente geeignet seien, um die in Zukunft drohende Altersarmut vermeiden.

23.000 Unterschriften für Rentenmodell der Verbände

Das Engagement der katholischen Verbände für ein gerechteres Rentenmodell würdigte die Bundesarbeitsministerin als wertvolle Überlegungen, die wichtig für die sozialpolitische Debatte seien. Die Prinzipien der katholischen Soziallehre beinhalteten Kriterien der Gerechtigkeit und Solidarität, für die sich die katholischen Verbände einsetzten.

Bei der Zusammenkunft in Berlin überreichten Vertreter der Katholischen-Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), des Kolpingwerks, der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD), der Katholischen Landvolk-Bewegung (KLB) und des Familienbunds der Katholiken der Ministerin 23.000 Unterschriften, die das Rentenmodell dieser Verbände unterstützen. Die Unterschriften wurden in den vergangenen Monaten in den Pfarrgemeinden der Diözese Münster gesammelt.

Einführung einer Sockelrente

Das Rentenkonzept der fünf katholischen Verbände sieht unter anderem die Einführung einer Sockelrente vor. Diese soll für alle Anspruchsberechtigten im Rentenalter eine Mindestsicherung unabhängig von der Erwerbsbiografie gewährleisten. Die Arbeitnehmer-Pflichtversicherung mit Beiträgen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und der Ausbau der betrieblichen und privaten Vorsorge ergänzen die Absicherung im Alter. "Das Rentenmodell der Verbände ist eine Alternative, die sich rechnet und die Zukunft sichert. Ziel ist die soziale Absicherung im Alter und die Stärkung des solidarischen Ausgleichs", sagt der Diözesanvorsitzende der KAB, Bernhard Bockhorst.

Nach Ansicht von Gabriele Koetz, Sprecherin des Diözesanleitungsteams der KFD, führen die schlechtere Bezahlung von Frauenarbeit, Teilzeitarbeit, unterbrochene Erwerbsbiografien und der Niedriglohnsektor zu Altersarmut. "Viele Menschen sind verunsichert. Sie befürchten, in eine Armutsfalle zu geraten. Mit dem Vorschlag einer Sockelrente und eines solidarischen Ausgleichs wollen wir die Grundlage für eine eigenständige Alterssicherung schaffen."

"Erziehungsleistung von Familien berücksichtigen"

Mehr Gerechtigkeit für Familien in den sozialen Sicherungssystemen erwartet die Diözesanvorsitzende des Familienbunds, Elsbeth Knossalla: "Wir müssen soziale Sicherheit und Generationengerechtigkeit langfristig sichern. Unser Rentenmodell stößt hoffentlich eine öffentliche Debatte an, die auch die Erziehungsleistung von Familien berücksichtigt."

Überzeugt, ein zukunftsfestes System der Altersvorsorge erarbeitet zu haben, ist auch Johannes Norpoth, Diözesansekretär des Kolpingwerks: "Unser Modell basiert auf eine realistische Finanzierung. Die katholischen Sozialverbände übernehmen Verantwortung für gesellschaftspolitische Weichenstellungen. Unsere Vorschläge sind umsetzbar, verfassungskonform  und berücksichtigen solidarische und leistungsorientierte Komponenten."

"Ältere Menschen dürfen nicht zu Bittstellern werden"

Ulrich Oskamp, Diözesanreferent der KLB, betonte den Zusammenhalt der Generationen und die Notwendigkeit, soziale Sicherheit im Alter zu garantieren: "Besonders Bezieher kleiner Renten profitieren von unserem Modell. Die älteren Menschen dürfen nicht zu Bittstellern werden, sondern sie bedürfen ein existenzsicherndes Grundeinkommen. Das Modell der Verbände bietet die Chance, Alterssicherung zukunftssicher zu machen."

Rückenwind für ihr sozialpolitisches Engagement bekamen die Verbandsvertreter vom Bundestagsabgeordneten Karl Schiewerling aus Nottuln: "Ich werde das Modell immer wieder zur Sprache bringen, sei es in meiner Partei oder in der Bundestagsfraktion", sagte der CDU-Politiker. Das Rentenmodell verdiene Beachtung, weil die Vorschläge "auf sicheren Finanzierungsberechnungen" basierten.

Schiewerling würdigt Rolle der Verbände

Schiewerling erinnerte an die "großen Vorarbeiten" katholischer Verbände in der deutschen Sozialpolitik. Die Rentenreform von 1957, die die Grundlage für die gesetzliche Rentenversicherung bildet, und die Einführung des Kindesgelds seien beispielsweise von den katholischen Sozialverbänden entwickelt worden. "Und heute legen die Verbände ein Modell auf den Tisch, an das die Politik nicht vorbeigehen darf."

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- Kampagne für neues Rentenmodell 

Text und Foto: Johannes Bernard in kirchensite.de
05.05.2010