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Katholische Verbände suchen mit ihrem Rentenmodell Kontakt zur Politik

Vier Säulen für ein Halleluja

Katholische Verbände suchen mit ihrem Rentenmodell Kontakt zur Politik V.li: Ulla Kintrup-Limbrock (kfd), Benedikt Kemper (KAB), Gabriele Koetz (kfd), Sigrun Jäger-Klodwig(FamilienBund), Elisabeth Löckmann (JG), Ingrid Arndt-Brauer (MdB), Stefan Wöstmann (JG), Maria Kleingräber (kfd), Ulrich Oskamp(KLB), Johannes Norpoth (Kolpingwerk).

Münster. "Für Politiker gilt vielfach der Vier-Jahresrhythmus, bei uns, den katholischen Verbänden  müssen Sie mit dem Ewigkeitsfaktor rechnen! Wir bleiben beharrlich am Ball". Deutliche Worte, mit denen Johannes Norpoth, Diözesansekretär des Kolpingverbandes im Bistum Münster die SPD-Steuer- und Finanzexpertin und Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt- Brauer konfrontierte.

Am 27.5. hatten die führenden katholische Verbände die Expertin in Sachen Steuerrecht, die zugleich Mitglied des Finanzausschusses des deutschen Bundestages ist, zu einer ersten Diskussionsrunde eingeladen, um ihr das Rentenmodell der katholischen Verbände vorzustellen. "Vier Säulen für ein Halleluja- das sind die vier Ziele des Rentenmodells," so Gabriele Koetz, Sprecherin des größten Frauenverbandes, der Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). " Altersarmut verhindern, eine solidarische und gerechte Rente stärken, eigenständige Alterssicherung von Männern und Frauen garantieren und die Erziehungsleistung von Eltern besser anerkennen", das ist ein komplexes Programm, und es rechnet sich", so Koetz.

Der Familienbund der Katholiken, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), die Katholische Frauengemeinschaft (kfd), das Kolpingwerk, die Junge Gemeinschaft (JG) und die Katholische Landvolkbewegung (KLB) werben bereits seit mehreren Jahren für die Rentenreform. Sie wollen mit einer leistungsbezogenen Sockelrente eine gerade für Familien und Frauen gerechtere Altersversorgung erreichen. Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaft bewertete das Konzept in einer Studie als "diskussionswürdige Alternative zum geltenden Recht", es sei finanzierbar und mit der Verfassung vereinbar.

"Und deshalb wollen wir dieses Modell, mit dem besonderen Akzent auf Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in die politische Debatte zur zukünftigen Gestaltung der Alterssicherung einbringen, so Theo Heek vom Familienbund der Katholiken.

Die hohe Arbeitslosigkeit, der Rückgang sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, die Zunahme von unterbrochenen Erwerbsbiografien, die unzureichende Berücksichtigung der Erziehungsleistungen von Eltern und die Alterung der Gesellschaft stellen die sozialen Sicherungssysteme vor große Herausforderungen, das sieht auch die SPD Vertreterin und betont:" Als Partei stehen wir für gesellschaftliche Gerechtigkeit. Als Person nehme ich ihr Modell sehr positiv auf, doch es gilt auch zu bedenken, was ist politisch durchsetzbar und auch finanzierbar."

"Nehmen Sie unsere Ungeduld mit nach Berlin und die Zusicherung, dass Katholische Verbände in dieser Sache Bündnispartner über die Legislaturperiode hinaus sind", gab Ulrich Oskamp von der Kath. Landvolkbewegung abschließend der Politikerin mit auf den Weg. Dass es den Verbandsvertreterinnen und Vertretern nicht um wirtschaftliche Macht, sondern um ethische Werte, um Zukunftssicherung und um soziale Gerechtigkeit geht, wurde in der Diskussionsrunde sehr deutlich und von Ingrid Arndt- Brauer mit dem Angebot weiterer Gespräche gewürdigt.

02.06.2010