Familiennachzug ermöglichen – für eine humane, integrierende Asylpolitik

Münster. Der Familienbund der Katholiken im Bistum Münster hat sich in seiner Mitgliederversammlung am 26. September gegen eine Begrenzung des Familiennachzugs für Geflüchtete mit subsidiärem Schutzstatus ausgesprochen. „Familien gehören zusammen!“, sagte Elisabeth Löckener vor den Delegierten des Hauptausschusses. „Auch über die jetzt geltende Regelung hinaus muss der Nachzug von Familienangehörigen ermöglicht werden“, so die Vorsitzende des Familienbunds im Bistum Münster. Gemeinsam mit anderen katholischen Erwachsenenverbänden, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen setzt sich der Familienbund für eine humane Asylpolitik und den Familiennachzug auch im Sinne einer besseren Integration der Geflüchteten ein. „Die Trennung von Ehepaaren und Familien auf lange Dauer ist nicht hinnehmbar und widerspricht z.B. dem Art. 6 des Grundgesetzes, der Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung stellt“, so Löckener.

Im Hauptausschuss hatte Gerburgis Sommer aus Haltern zuvor das Projekt „Schau mich an – Gesicht einer Flucht“ vorgestellt. Im letzten Jahr war ihr dafür der Ehrenamtspreis des Bistums Münster verliehen worden. Sie schilderte dabei auch die Notlagen von Geflüchteten, die von ihren Familien getrennt sind, bzw. um das Leben ihrer Angehörigen, die z.T. noch in Krisen –und Kriegsgebieten sind, fürchten müssen.

Seit dem Katholikentag rufen mehrere Erwachsenenverbände im Bistum Münster dazu auf, sich mit Postkarten an Bundesminister Seehofer und Landesminister Stamp für den Familiennachzug für alle in Deutschland lebenden subsidiär geschützten Flüchtlinge einzusetzen. „Als Europäerinnen und Europäer sollten wir uns darauf besinnen, dass wir einmal den Friedensnobelpreis erhalten  haben, statt Menschen, die bei uns Schutz suchen, im Stich zu lassen“, ist Löckener überzeugt.

2018-10-29T20:10:36+00:00